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Geschichte der Gemeinde Langenlehsten

Die Gemeinde Langenlehsten gehört seit dem 01.01.2007 durch die Verwaltungsstrukturreform dem Amt Büchen an. Zuvor war sie die südlichste Gemeinde im Amtsbereich des Amtes Gudow-Sterley. Sie hat eine Größe von 2.337 Hektar, die sich je zu einem Drittel aus landwirtschaftlicher Nutzfläche und zu zwei Dritteln aus Wald zusammensetzt.Langenlehsten wird 1194 erstmalig als „Lesten" in einer Urkunde des Bischofs Isfried von Ratzeburg erwähnt. Genaueres ist aus dem sogenannten Zehntregister des Bistums Ratzeburg von 1230 über Lesten zu erfahren. Danach bestand das Dorf aus 36 Hufen (1 Hufe = 12 bis 14 Hektar) und war damit eines der größten im Lauenburgischen. Der Name Lesten (oder Leesten, auch Lehsten), der wendischen Ursprungs ist und „Ort bei den Haselnusssträuchern" bedeutet, wurde um 1800 durch den Namen Langen Lehsten abgelöst; der Name wurde später zusammen gefasst. Ein entscheidender Schritt zur Verselbständigung Langenlehstens wurde mit dem Abschluss des Verkoppelungsrezesses im Jahre 1821 erreicht. Die Bauern konnten von nun an eigenverantwortlich wirtschaften, aber erst um 1876 wurden die Bauernstellen freies Eigentum. In dieser Zeit entstand auch die Landgemeinde Langenlehsten mit einem gewählten Gemeindevorsteher.Im Jahre 1889 wurde das Amt Gudow geschaffen, dem die Gemeinde Langenlehsten zugeordnet wurde. Diese Zuordnung hatte bis zum 31.12.2006 Bestand. Die Gemeinde Langenlehsten umfasst heute neben dem Dorf Langenlehsten die Ortsteile Fortkrug, Bergholz, Neu Bergholz und Waldfrieden. Fortkrug wurde 1704 als Erbpachthufe an der Furt über den Mühlenbach gegründet. Bergholz als ein Vorwerk des Bülow´schen Gutes in Gudow wird mit seiner Grundfläche nach Auflösung des selbständigen Gutsbezirkes Gudow 1928 der Gemeinde Langenlehsten zugeschlagen, wodurch sich die Fläche der Gemeinde Langenlehsten verdoppelte. Neu Bergholz, erbaut 1864/1865, und Waldfrieden, erbaut 1946, sind Förstereien in dem Forstbetrieb Bergholz. Vermutlich wegen der großen Entfernung zur Gudower Kirche war in Langenlehsten eine Kapelle errichtet worden, die 1590 noch vorhanden aber bereits 1614 als verfallen und 1683 als nicht mehr vorhanden bezeichnet wurde. Als vorletztes Dorf im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde Langenlehsten 1927 mit Elektrizität versehen. Nach Bergholz kam die Elektrizität erst 1954. Der erste Telefonanschluss erfolgte 1922. Das jetzt im Privatbesitz befindliche Schulhaus Langenlehstens wurde 1869 errichtet. In der einklassigen Schule wurden vor dem Zusammenbruch 1945 bis zu 30 Kinder aus der gesamten Gemeinde Langenlehsten unterrichtet, nach dem Zweiten Weltkrieg waren es bis zu 50 Kinder. Im Jahre 1956 erfolgte eine umfangreiche Modernisierung des Schulgebäudes durch den Einbau einer Zentralheizung, den Bau einer Toilettenanlage für die Kinder, den Einbau eines Badezimmers mit WC und durch die Neugestaltung der Küche in der Lehrerwohnung. Mit Ablauf des Schuljahres 1970/1971 wurde die Schule in Langenlehsten aufgelöst und dem Schulverband Büchen angegliedert. An weiteren Modernisierungsarbeiten erfolgten die Neueindeckung sowie der Einsatz neuer isolierverglaster Fenster im ehemaligen Klassenraum. Nach 1971 diente der Klassenraum als Ort für Gemeindevertretersitzungen, Wahlen, Versammlungen der örtlichen Feuerwehr, Versammlungen des DRK und andere Veranstaltungen. In der Lehrerwohnung lebte bis 1998 der letzte Lehrer der Langenlehstener Schule. 1999 wurde das Schulgebäude verkauft. Vom Verkaufserlös wurde 2001 ein neues Dorfgemeinschaftshaus gebaut.Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Langenlehsten erfolgte 1934. Davor bestand in der Gemeinde eine Brandwehr, der alle männlichen Personen zwischen 21 und 65 Jahren angehörten. Sie hatte bei der Gründung 10 aktive Mitglieder. Die Feuerwehr besaß zunächst eine Handdruckspritze, die von der Brandwehr übernommen worden war und später durch ein Tragkraft-Spritzenfahrzeug ersetzt wurde. Dieses wurde 1980 durch ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug ersetzt. Derzeit hat die Wehr 9 aktive Mitglieder. Im Jahre 1947 erfolgte die Gründungsversammlung des Ortsvereins Langenlehsten des DRK. In dieser gemeinnützigen Organisation engagierten sich bis zu 35 Einwohner Langenlehstens. Als besonders hervorzuhebende Leistung sind die Einsätze bei den Umsiedlungsprogrammen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, sowie die Aktionen der Rentnerbetreuung aus der damaligen DDR in den siebziger Jahren zu nennen. Der Ortsverein war seit 1968 mit einem Krankentransportfahrzeug ausgerüstet. Das Deutsche Jugend Rot Kreuz wurde bereits 1949 gegründet.Als selbstständige Gemeinde wird Langenlehsten durch die Gemeindevertretung mit einem ehrenamtlichen Bürgermeister geführt und verwaltet. Nach dem Kriege traten in Langenlehsten bei den Kommunalwahlen keine Parteien an. 1970 wurde die Allgemeine Wählergemeinschaft Langenlehsten (AWL) gegründet. Heute gibt es 2 Wählergemeinschaften in Langenlehsten, nachdem 1990 die Allgemeine Aktive Bürgerpartei Langenlehsten (AABL) gegründet wurde. Das politische Geschick wird derzeit von 7 Gemeindevertretern gelenkt. Die Gemeinde Langenlehsten hatte am 01.01.2007 160 Einwohner. Auf dem Wege zu einer modernen Landgemeinde wurden in Langenlehsten folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • 1954 Asphaltierung der Dorfstraße und der Straße nach Büchen
  • 1962 erste Beleuchtung mit 8 Lampen
  • 1965 Ausbau und Asphaltierung der Kreisstraße nach Besenthal
  • 1972 Anschluss an die Müllabfuhr; vorher war, wie in den Dörfern üblich, eine Müllkippe vorhanden
  • 1975 Bohrung des Feuerlöschbrunnens in Bergholz und Aufstellung von 2 Buswartehäuschen für die Schulkinder
  • 1978 Einweihung des Sportplatzes hinter der alten Schule; Wiedereinweihung 2004
  • 1981 Anschaffung von Straßenschildern und Hausnummern
  • 1991/92 Bau einer Abwasseranlage; erste Gespräche bereits 1985
  • 1997/98 Erneuerung der Straßenbeleuchtung und Erweiterung des Bürgersteiges im südlichen Dorfbereich
  • 2001 Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses
  • 2003 Zentrale Wasser- und Gasversorgung von den Stadtwerken Mölln; vorher eigene Brunnen

Die Gemeinde Langenlehsten ist eine rein landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Gewerbliche Betriebe im Versicherungswesen, Dienstleistungsbereich, Einzelhandel, sowie in der Tierheilpraktik sind vorhanden. Von den nach dem Kriege bestehenden landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben sind heute nur noch 4 übriggeblieben.